Bequem oder Schön?

Juli 6, 2008 von cherti

Und wieder einmal stehe ich vor der Frage wie ich mein Leben weiter gestalten möchte, bequem oder schön?

Bequemlichkeit ist ja eine angenehme Sache. Fernseh schauen, Computer spielen, essen, soviel man mag, Faulenzen, Abhängen. Wenn es dann mal in den Fingern juck in die Disko oder in den Club gehen, ein Teil schmeißen und mit einem Grinsen den Abend verstreichen lassen. Danach zuhause in den Schlaff kiffen.

Arbeiten, sodass es reicht diesen Lebensstil zu finanzieren, eine Freundin haben, die zum poppen schön genug und zum weggehen und einen verlassen zu hässlich ist. Am besten man richtet die Wohnung nach „Fett Scheu“ ein, damit man auch im besoffenen Zustand ins Bett oder aufs Sofa findet.

Ein Lebensstil, den es erst mal zu erreichen gilt. Doch was passiert schon großartig … nichts. Es ist so, wie es dann bis zum Ende des Lebens bleibt, oder auch nicht. Durch das unproduktive auf der Stelle stehen merkt das Unterbewusstsein irgendwann, dass es verkümmert und versucht früher oder später aus dieser Form auszubrechen, mit fatalem Erfolg.

Wie viel schöner ist doch ein Lebensstil, der zwar nicht bequem ist, aber dafür das Leben auskostet? Millionär zu sein hat sicherlich nichts mit Bequemlichkeit zu tun, aber diese Leute fahren Autos, die sich die Bequemen nur vorstellen können, oder die sie auf Ihren Gamekonsolen spielen.

Doch was bedeutete das, ein schönes Leben zu führen?

Das bedeutet das was es heißt, Schönheit. Bring Schönheit in Dein Leben, nicht Bequemlichkeit. Verändere Deine Wohnung, Dein Aussehen, Dein Umfeld, Dein Haus. Mache das alles Schön. Deine Arbeit, mach sie schön und nicht bequem. Lächle andere an, auch wenn es Dir schwer fällt, Hilf anderen, Sprich mit anderen und mach ihnen das Leben auch Schön. Sobald Du Ihnen das Leben versuchst bequem zu machen werden sie das nicht mögen, auch wenn sie es nicht sofort sagen, beobachte das.

Vergleiche die Lebensführung mit einem Garten. Ein schöner Garten hat Höhen und Tiefen, Ruhige und aufregende Plätze, hat Farbe. Ein bequemer Garten hat die Wege frei und man hat keine Lust etwas zu tun.

Kettenreaktionen

Juni 26, 2008 von cherti

Unsere Eltern haben uns ja so gemacht wie wir sind, zumindest haben sie einen wesentlichen Anteil daran. Die Eltern sind also schuld an der eigenen Misere, wenn man mal nicht die Verantwortung übernehmen will.

Doch was genau heißt das? Was genau haben unsere Eltern den gemacht, damit wie heute beeinträchtigt sind oder das wir uns so fühlen. Als Beispiel dafür will ich die Kettenreaktion meines Vaters erzählen.

Mein Opa, der Vater meines Vaters war im Krieg und hat dort sicherlich nicht die beste Versorgung mit Nahrungsmitteln genossen. Meine Oma, die Mutter meines Vaters hat in dieser Zeit gelernt Ihrem Mann unterwürfig zu sein, sie ist aber trotzdem eine hinterhältige Person.

Mein Opa hat dann meinem Vater in seiner Kindheit und Jugend beibringen wollen, dass dieser das isst, was Ihm, seinem Vater schmeckt; Fettes, Kalorienhaltiges und Schmackhaftes, alles das,  was er währen des Krieges vermisst hatte.

Mein Vater hatte als Kind ADHS und war jetzt nicht das brave und liebe Kind, weshalb mein Opa Ihn zu fast allem Zwang, was er für richtig hielt, auch das zu essen, was er wollte. Meine Oma gab meinem Vater schon als Kleinkind Contergan, da es als äußerst verträglich galt. Contergan war ein Beruhigungsmittel, was bei ADHS-Patienten eher zu einem verstärkten Symptombild führte, weshalb meine Oma Ihm reichlich verabreichte. Contergan hatte aber auch eine andere Nebenwirkung auf meinen Vater, es beraubte Ihm seines Hungers, weshalb mein Vater nicht wirklich Hunger hatte, auch wenn er physisch erst wenig Brennwerte für den Tag aufgenommen hatte. Fettiges und Schmackhaftes zu essen, wenn man keinen Hunger oder Appetit hat ist sehr schwierig und meistens wird einem davon dann schlecht, weshalb mein Vater sicherlich in vielen Fällen wenig aß.

So war mein Vater also ein dünner Hecht, nicht sehr muskulös, dafür dünn und drahtig.

Als er nun aus zog um mit meiner Mutter einen eigenen Haushalt zu führen, verstand sein Kopf langsam, dass er jetzt keinem Esszwang mehr unterlegen war, ja besser er konnte nun essen was er wollte. Und das tat er auch, mit fatalen folgen.

Ich denke, da er in seinen jungen Jahren das Gefühl nicht kennen gelernt hat satt zu sein, hat sein Bauch immer mehr und mehr Essen und immer besseres Essen verlangt. Das hat ihn sicherlich zu einem spitzen Koch gemacht. Aber es brachte auch seinem Körper, der nur gewohnt war dünn zu sein, dazu fett zu werden.

Damit verbunden hat er ein Schlafapnoe-Syndrom entwickelt, klar wenn der Körper diese Massen nicht gewohnt ist.

Jede Nacht hat er Atemaussetzer von ca. 30 Sekunden. Sein Körper muss in einem immensen Kampf und einer wahnsinnigen Anstrengung nach Luft ringen.

Tagsüber ist er erschlagen, wegen der Anstrengungen in der Nacht, ein wirklich tiefer Schlaf ist nicht möglich und die damit verbundene Regeneration seines Körpers und seiner Psyche, sowie damit verbunden seiner Seele bleiben Ihm verwehrt. Er lebt in einem teuflischen Kreislauf aus Schlafen und Wachen, was eigentlich nur ein einziges komatöses Leben ist, in dem er keine Chance hat etwas anderes zu machen als die Schmerzen der Seele, der Psyche und der Körpers durch Alkohol zu betäuben.

Heute ist er Alkoholiker und meiner Meinung nach nicht Zurechnungsfähig, nur weil mein Opa im Krieg war.

Welche Kettenreaktionen bestimmen Dein Leben?

Ich würde gerne die Leute mögen …

Juni 19, 2008 von cherti

… aber leider ist das bei so vielen unmöglich.

Vor allem Müllreder kann ich ja so nicht ab. Wenn man sich darüber unterhalten muss, wie ein Personalausweis beantragt wird und was für Fotos und was für ein blöder Arsch dort doch einen hat warten lassen.

Warum gibt es nur so viel Kleingeister. Gut, ich bin ein Mann und verstehe bestimmt nicht immer alles, was Frauen so zu erzählen haben, oder warum sie es erzählen. Ja, Frauen kommunizieren anders als Männer, ja, wir Männer, erzählen in logischen Sequenzen, in geschlossenen Systemen, Frauen nicht. Frauen erzählen emotional führend, da kann auch mal in einem Gespräch über Elvis der Käsekuchen der Oma auftauchen, beides ein emotionales Festessen.

Aber auch wenn es Frauen gibt, die mit einer logischen Abfolge von Ereignissen nichts anfangen können, so sind diese dann doch auch emotional beteiligt, oder wenigstens liebenswert bei einer Erzählung. Zumindest hätte ich das gerne so.

Halt bloß die Klappe

Juni 19, 2008 von cherti

Also ich werde niemandem mehr sagen, mit dem ich eine zwischenmenschliche Beziehung aufbauen möchte, dass ich mal Drogen genommen habe. Nicht am Anfang. Später, viel später vielleicht, aber da ist es auch noch fraglich.

Wenn man es erzählt, sehen Dich die Leute, in einer New Yorker Seitenstraße liegen, mit einer Spritze in der Hand und leeren Augen. Dieses Bild kriegst Du dann auch nicht mehr aus Ihren Köpfen. Dass Sie selber Rauchen, Alkohol trinken oder Kiffen stört sie dabei nicht, das Bild ist präsent.

Deswegen hallt ich ab jetzt lieber die Klappe.

Liebe Verkäuferin an der Kasse …

Juni 19, 2008 von cherti

Mault mich doch heute ein Verkäuferin an der Kasse an, warum ich nicht grüßen würde.

„Das gehört sich heutzutage, dass man einen Mitmenschen grüßtGrüßen, !“

„Liebe Frau Pestalozy ich wünsche Ihnen an diesem wunderschönen, sonnigen und milden Tag, viele nette und gut gelaunte Kunden. Des Weiteren wünsche ich Ihnen im weiteren Verlauf des Tages, eine angenehmen und ausfüllenden Solchen und da wir jetzt schon mal im Gespräch sind, möchte ich Sie fragen, ob ich sie nicht nachher um 19 Uhr abholen soll, um ihnen dann bei mir zu Hause gepflegt die Ritze zu lecken, damit Ihr Tag auch noch „Oh, mein Gott!“ wird.“

Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass Sie sich vorher so gebückt hatte, dass ich fast Ihre Temperaturregler ihres Dekolletés gesehen habe.

Der Schmale Grad

Mai 13, 2008 von cherti

Kaum geht es mir gut oder ich habe das Gefühl, dass es mir gut geht und dann bin ich mal wieder 3 Tage unterwegs feiern.

Das Gleichgewicht besteht aber nur in der äusserlichen Fassung meines Lebens. Verbindungen nach außen sind dadurch nicht besser geworden. Im Gegenteil, ich bin mehr introvertierter. Das könnte auch die Uhrsache sein, warum ich feiern gehen im Endeffekt auch nicht mag. Ich würde gerne mit anderen in Kontakt treten und mit Ihnen reden, doch meine Erfahrung bezüglich Freundschaften, Kennenlernen und Feiern in Kombination ist von mir früher durchweg als negativ bewertet worden.

Gut, negative Erfahrungen mache ich heute auch noch, aber ich lasse mich auch nicht mehr so schnell auf Chancen ein.

Schreckhypnose

Mai 10, 2008 von cherti

Eine kleine Anekdote, um das hier beschriebene einfacher verständlich zu machen.

Stell Dir vor Du bist im Jungel unterwegs, Indien war schon immer ein Traum von Dir. Du badest gerade in einem kleinen Abschnitt eines Flusses, an dem ein Wasserfall majestätisch sein Wasser herunterfallen lässt. Das Wasser ist klar und nicht tief, Du steigst am Rand auf das Ufer und trocknest Dich mit dem Handtuch ab, welches bereit liegt. Das Rubbeln auf Deinem Kopf lässt Dich die Augen schließen. Du machst Sie wieder auf und starrst auf einen Tiger, der 50 cm von Dir entfernt sitzt und Dich anblickt.

Ich möchte diesen Augenblick ein bisschen aus der psychischen Sicht heraus beleuchten. Jeder von uns hätte Angst, doch was würde in uns passieren, was würde unser Gehirn für uns planen? Da das Tier nur seine Pranke heben müsste um uns zu packen ist weglaufen nicht möglich und das wissen wir.

In solch einer Situation macht unser Körper das gleiche wie bei Hasen und Kaninchen, er erstarrt. Adrenalin wird ausgeschüttet und wir spüren keinerlei Schmerzimpulse mehr. Durch das ausschütten des Adrenalins wird eine Lähmung in den Muskeln herbeigeführt, die auf eine kräftige Anspannung der Muskeln dank Adrenalin hinweist.

Jetzt währe unser Körper gerüstet, damit wir ohne Schmerz alle weiteren Aktionen, die von außen auf uns einströmen, aushalten können.

Diese Aktion, die unser Körper ausführt passiert in Sekundenbruchteilen, sie wird auch eine Bewusstseinsveränderung genannt, da unser Bewusstsein sich in einer Sekunde von „Ich bin lebendig und glücklich!“ zu „Ich bin tot, es wird weh tun!“ geändert hat.

Gerade in der Großstadt gewöhnen sich die Menschen das ab. Menschen, die neu in Großstädte kommen haben die Routine in solchen Fällen noch nicht und können schnell in solche ähnlichen Zustände wechseln.

Egal wo man hin kommt

Mai 10, 2008 von cherti

Gestern Geburtstag. Ich dachte schön essen und ein bisschen Spaß haben.

Später am Abend kamen dann ein paar Leute her, die nichts anderes im Sinn hatten, als Spaß auf kosten anderer Leute zu haben. Komisch, dass das egal wo man hin sieht sich immer um das eine dreht, Drogen?

Dabei ist mir aufgefallen, das es egal ist, ob man da Alkohol-, Extasy- oder Kokain-Konsumenten gegenüber hat, stets geht es bei geselligen Anlässen darum so viel in kürzester Zeit zu konsumieren. Darauf sind diese Leute dann stolz wie Harry. „Und was hst Du gerade gemacht?“ – Ich hab mir ne Nase Koks rein gepfiffen, hab gerade schon 5 Bier getrunken, hab schon 3 Pillen gefressen!“ – „Oh, geil, toll und wie ist es?“ – „Toll!“.

Ganz ehrlich ist das nicht traurig? Hallten sich die Leute gegenseitig nicht nüchtern aus?

Es läuft wohl darauf hinaus, dass ich keinerlei Rauschmittel mehr konsumieren werde, um dieses Verhallten offensiv zu boykottieren.

Helfen

Mai 1, 2008 von cherti

Ich würde gerne meinem Vater helfen mit seiner Trinksucht zu brechen. Ich habe zwar mit meiner eigenen Sucht zu tun, doch ich denke ich bin auf diesem Gebiet weiter als er.

Ich habe aufgehört zu rauchen. Ich betrinke mich nicht mehr und nehme keine stimmungsaufhellenden Drogen mehr. Zugegeben ich habe das dieses Jahr schon getan, doch im Gegensatz zu früher, als ich das jedes Wochenende getan habe, ist es jetzt viel besser. Ich weis dass ich es tue um glücklich zu sein, doch diesen Zustand versuche ich durch konventionelle Weise herzustellen.

Wenn nicht mein Vater währe währe eine Sorge in meinem Leben weniger. Ich versuche jedem zu helfen, bei dem ich Problematiken sehe, dass ist allerdings bei vielen Leuten nicht wirklich gerne gesehen, was ich verstehen kann, denn wer bekommt schon gerne gesagt, dass er einen Fehler macht oder machtlos ist?

Wenn ich doch denen helfen könnte, denen ich nur helfen will und diese die Hilfe auch annehmen würden, dann hätte ich verbündete auf meinem Weg.

So muss ich alleine weiterkämpfen und nie den Mut verlieren. Keiner wird mir das jemals abnehmen können.

Genie und Begabung

Mai 1, 2008 von cherti

Ich frage mich, was aus mir hätte werden können, wenn mich meine Eltern gefördert hätten. Begabt war ich früher schon, Mathematik und so war wohl einfach für mich. Dann auf dem Gymnasium nicht mehr, das war dann ein Jahr nach dem Umzug nach Minden, wo ich nie hätte hin ziehen sollen.

Mein ganzen Freunde wahren sind in Schwalmstadt geblieben, doch in Detmold habe ich dank Janine wieder Freunde finden können. Sie hat mir sehr viel gegeben. Wahrscheinlich würde sie heute nicht mehr mit mir reden.

Heute kann ich zwar immer noch von meiner guten systemischen Gabe zur Analyse profitieren und logisches Denkvermögen hilft dabei, doch die frage was währe wenn meine Eltern mich mehr gefördert hätten, was währe wenn sie sich mit mir beschäftigt hätten, was währe wenn ich nicht in dieser Familie aufgewachsen währe.

Heute ist es so, wie es ist. Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, dafür müßte ich an die Wurzeln der Menschheit zurück, zum Sündenfall zu Adam und Eva, doch das ist Schwachsinn.

Was ich tun kann ist gegen die Dämonen kämpfen, jeden Tag aufs neue, ich werde mal gewinnen und mal verlieren, aber hauptsächlich gewinnen und ich werde es meinen Kindern nicht weiter geben. Ich denke auf dem Weg, meine Dämonen kennen zu lernen und zu lernen sie zu bekämpfen, bin ich schon sehr weit gekommen, weiter als mancher sonst.