Archiv für Juni 2008

Kettenreaktionen

Juni 26, 2008

Unsere Eltern haben uns ja so gemacht wie wir sind, zumindest haben sie einen wesentlichen Anteil daran. Die Eltern sind also schuld an der eigenen Misere, wenn man mal nicht die Verantwortung übernehmen will.

Doch was genau heißt das? Was genau haben unsere Eltern den gemacht, damit wie heute beeinträchtigt sind oder das wir uns so fühlen. Als Beispiel dafür will ich die Kettenreaktion meines Vaters erzählen.

Mein Opa, der Vater meines Vaters war im Krieg und hat dort sicherlich nicht die beste Versorgung mit Nahrungsmitteln genossen. Meine Oma, die Mutter meines Vaters hat in dieser Zeit gelernt Ihrem Mann unterwürfig zu sein, sie ist aber trotzdem eine hinterhältige Person.

Mein Opa hat dann meinem Vater in seiner Kindheit und Jugend beibringen wollen, dass dieser das isst, was Ihm, seinem Vater schmeckt; Fettes, Kalorienhaltiges und Schmackhaftes, alles das,  was er währen des Krieges vermisst hatte.

Mein Vater hatte als Kind ADHS und war jetzt nicht das brave und liebe Kind, weshalb mein Opa Ihn zu fast allem Zwang, was er für richtig hielt, auch das zu essen, was er wollte. Meine Oma gab meinem Vater schon als Kleinkind Contergan, da es als äußerst verträglich galt. Contergan war ein Beruhigungsmittel, was bei ADHS-Patienten eher zu einem verstärkten Symptombild führte, weshalb meine Oma Ihm reichlich verabreichte. Contergan hatte aber auch eine andere Nebenwirkung auf meinen Vater, es beraubte Ihm seines Hungers, weshalb mein Vater nicht wirklich Hunger hatte, auch wenn er physisch erst wenig Brennwerte für den Tag aufgenommen hatte. Fettiges und Schmackhaftes zu essen, wenn man keinen Hunger oder Appetit hat ist sehr schwierig und meistens wird einem davon dann schlecht, weshalb mein Vater sicherlich in vielen Fällen wenig aß.

So war mein Vater also ein dünner Hecht, nicht sehr muskulös, dafür dünn und drahtig.

Als er nun aus zog um mit meiner Mutter einen eigenen Haushalt zu führen, verstand sein Kopf langsam, dass er jetzt keinem Esszwang mehr unterlegen war, ja besser er konnte nun essen was er wollte. Und das tat er auch, mit fatalen folgen.

Ich denke, da er in seinen jungen Jahren das Gefühl nicht kennen gelernt hat satt zu sein, hat sein Bauch immer mehr und mehr Essen und immer besseres Essen verlangt. Das hat ihn sicherlich zu einem spitzen Koch gemacht. Aber es brachte auch seinem Körper, der nur gewohnt war dünn zu sein, dazu fett zu werden.

Damit verbunden hat er ein Schlafapnoe-Syndrom entwickelt, klar wenn der Körper diese Massen nicht gewohnt ist.

Jede Nacht hat er Atemaussetzer von ca. 30 Sekunden. Sein Körper muss in einem immensen Kampf und einer wahnsinnigen Anstrengung nach Luft ringen.

Tagsüber ist er erschlagen, wegen der Anstrengungen in der Nacht, ein wirklich tiefer Schlaf ist nicht möglich und die damit verbundene Regeneration seines Körpers und seiner Psyche, sowie damit verbunden seiner Seele bleiben Ihm verwehrt. Er lebt in einem teuflischen Kreislauf aus Schlafen und Wachen, was eigentlich nur ein einziges komatöses Leben ist, in dem er keine Chance hat etwas anderes zu machen als die Schmerzen der Seele, der Psyche und der Körpers durch Alkohol zu betäuben.

Heute ist er Alkoholiker und meiner Meinung nach nicht Zurechnungsfähig, nur weil mein Opa im Krieg war.

Welche Kettenreaktionen bestimmen Dein Leben?

Ich würde gerne die Leute mögen …

Juni 19, 2008

… aber leider ist das bei so vielen unmöglich.

Vor allem Müllreder kann ich ja so nicht ab. Wenn man sich darüber unterhalten muss, wie ein Personalausweis beantragt wird und was für Fotos und was für ein blöder Arsch dort doch einen hat warten lassen.

Warum gibt es nur so viel Kleingeister. Gut, ich bin ein Mann und verstehe bestimmt nicht immer alles, was Frauen so zu erzählen haben, oder warum sie es erzählen. Ja, Frauen kommunizieren anders als Männer, ja, wir Männer, erzählen in logischen Sequenzen, in geschlossenen Systemen, Frauen nicht. Frauen erzählen emotional führend, da kann auch mal in einem Gespräch über Elvis der Käsekuchen der Oma auftauchen, beides ein emotionales Festessen.

Aber auch wenn es Frauen gibt, die mit einer logischen Abfolge von Ereignissen nichts anfangen können, so sind diese dann doch auch emotional beteiligt, oder wenigstens liebenswert bei einer Erzählung. Zumindest hätte ich das gerne so.

Halt bloß die Klappe

Juni 19, 2008

Also ich werde niemandem mehr sagen, mit dem ich eine zwischenmenschliche Beziehung aufbauen möchte, dass ich mal Drogen genommen habe. Nicht am Anfang. Später, viel später vielleicht, aber da ist es auch noch fraglich.

Wenn man es erzählt, sehen Dich die Leute, in einer New Yorker Seitenstraße liegen, mit einer Spritze in der Hand und leeren Augen. Dieses Bild kriegst Du dann auch nicht mehr aus Ihren Köpfen. Dass Sie selber Rauchen, Alkohol trinken oder Kiffen stört sie dabei nicht, das Bild ist präsent.

Deswegen hallt ich ab jetzt lieber die Klappe.

Liebe Verkäuferin an der Kasse …

Juni 19, 2008

Mault mich doch heute ein Verkäuferin an der Kasse an, warum ich nicht grüßen würde.

“Das gehört sich heutzutage, dass man einen Mitmenschen grüßtGrüßen, !”

“Liebe Frau Pestalozy ich wünsche Ihnen an diesem wunderschönen, sonnigen und milden Tag, viele nette und gut gelaunte Kunden. Des Weiteren wünsche ich Ihnen im weiteren Verlauf des Tages, eine angenehmen und ausfüllenden Solchen und da wir jetzt schon mal im Gespräch sind, möchte ich Sie fragen, ob ich sie nicht nachher um 19 Uhr abholen soll, um ihnen dann bei mir zu Hause gepflegt die Ritze zu lecken, damit Ihr Tag auch noch “Oh, mein Gott!” wird.”

Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass Sie sich vorher so gebückt hatte, dass ich fast Ihre Temperaturregler ihres Dekolletés gesehen habe.